Geld ist so eine Sache: Die meisten haben davon immer etwas, aber selten ist es genug. Und wenn du selbstständig bist, dann prasseln plötzlich viel mehr Einnahmen und Ausgaben über dich hinein als zuvor. Das Fluktuierende, dem das Budget bei Selbständigkeit unterworfen ist, führt nicht selten zu spontanen Engpässen und Ungewissheit, ob ein Plan (welcher Geld kostet) überhaupt umgesetzt werden kann.

Zwar stellt sich die Notwendigkeit eines Budgets ja nur, wenn überhaupt Geld vorhanden ist, aber der Einfachheit halber nehmen wir einmal an, dass du Geld verdienst und regelmäßige Einnahmen und Ausgaben hast.

Wenn du Probleme mit deinem Budget Management hast, können dir die folgenden Tipps gewiss helfen. Schließlich ist das Budget immer anders, weil es nicht eine monatliche Zahlung (vom Arbeitgeber) gibt. Es ist flexibler, weil die Auftragslage unterschiedlich ist und es können durch Fehler im Business schnell Löcher hineingerissen werden. Damit du nicht verzweifelst, solltest du also lernen, mit deinem Budget zu planen. Denn das Budget ist bei Selbständigkeit heilig: Es ist dein Aktionsspielraum, es definiert deine Möglichkeiten und es ist ein Indikator deines Erfolges.

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Budget Management Tipp 1. Mach einen Ausgabenplan

Dein Haushalt, dein Etat, dein Budget – nenne es, wie du möchtest. Wichtig ist aber, dass du mit einem Plan beginnst. Dein Ausgabenplan muss dabei nicht im Detail festlegen, wie viel Geld du für das Frühstück ausgibst. Aber versuche doch, das Geld, das du hast, in Bereiche aufzuteilen, die mehr oder weniger Flexibilität aufweisen. So bist du nicht durch ein Budget streng limitiert, aber du hast zumindest eine Orientierung. Dabei sollten sich die verschiedenen Ausgabenbereiche nicht zu sehr überschneiden, aber wenn du nach ein paar Monaten merkst, dass einer einfach zu klein oder zu groß ist, ändere es.

Wichtig ist ja nur, dass du einen Überblick darüber erhältst und festhältst, was du wo ausgibst.

Budget Management Tipp 2. Kalkuliere dein monatliches Einkommen

Zugegeben: Für Selbstständige ist das Budget in der Selbständigkeit zuweilen schwierig festzulegen. Aber desto länger du dein Business schon hast, desto besser wirst du ja wohl wissen, wie viel du ungefähr im Monat verdienst. Dafür musst du natürlich einen Überblick haben und einfach ignorieren, dass es gute und schlechte Zeiten gibt.

Aber solange du ein ungefähres Einkommen pro Monat errechnen kannst, genügt dies für die weiteren Schritte. Wenn du dir wirklich unsicher bist, kalkuliere am besten ein wenig zu niedrig – so gibt es am Monatsende immer eine angenehme Überraschung.

Der Punkt ist der, dass du mit deinem erwartbaren Einkommen durchaus den nächsten Monat planen darfst. Aber keinesfalls sollte auch nur ein Euro ausgegeben werden, bevor er nicht sicherlich zu dir fließen wird. Also: Plane mit deinem Geld, aber gib es erst aus, wenn du weißt, dass es kommt bzw. auch wirklich da ist.

Budget Management Tipp 3. Zwei Konten: Privat und Business

Es gibt einen Haufen Gründe, die Konten zu trennen. Es geht hierbei zum einen um Übersichtlichkeit: Es ist schlichtweg einfacher, alle geschäftlichen Ausgaben und Einnahmen über ein geschäftliches Konto laufen zu lassen. Zudem liegen dann – anhand der Auszüge – alle privaten und geschäftlichen Ausgaben übersichtlicher vor. Unter anderem spielt dies auch im Bezug auf deine Steuererklärung eine große Rolle.

Außerdem ist es auch rechtlich so, dass Vermischungen privater und geschäftlicher Konten ungern gesehen sind. Banken reagieren darauf und fordern Privatkunden gern auf, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Eine Möglichkeit, zu einem passenden Konto zu wechseln , bietet zum Beispiel auch Kontist. Dies hilft dir, berufliche und private Einnahmen effektiv zu trennen. Dadurch behältst du den Überblick über dein Budget in der Selbständigkeit.

Wenn wir vom Budget bei Selbständigen reden, müssen wir uns also auch darauf einigen, dass es private und berufliche Zahlungen gibt. Zwar ist die Gesamtsumme deiner Einnahmen dein gesamtes Budget – für die Planung, und auch für die korrekte Abrechnung, solltest du aber dringend zwei Töpfe machen. Ansonsten kommt es schnell zu Unpässlichkeiten, weil doch an einer Ecke zu viel ausgegeben wurde. Abgesehen davon ist eine Steuererklärung leichter zu bewältigen, wenn alle Einnahmen und Ausgaben schön separiert sind.

Budget Management Tipp 4. Geld für den Fiskus

Wer arbeitet, genießt irgendwann auch den Luxus, Steuern zu zahlen. Das hängt natürlich davon ab, wie viel du verdienst und wie viel du absetzen kannst , aber ab einem gewissen Einkommen wirst du schlichtweg steuerpflichtig. Und da Steuern bei Selbstständigen in allen möglichen Rhythmen gezahlt werden können, solltest du nicht in die Verlegenheit kommen, zahlungsunfähig zu werden.

Es ist also wichtig, dass du deine zu erwartende Steuerlast immer schon beiseite legst. Das schon angesprochene Konto von Kontist leistet das zum Beispiel auch. So separiert es deine Steuerzahlungen, indem diese einfach auf virtuelle Unterkonten gelangen. Das verhindert sogar, dass du sie aus Versehen ausgibst und dann mit der Steuernachzahlungsforderung seitens des Finanzamtes böse Erfahrungen machen musst.

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Budget Management Tipp 5. Mach das Sparen zu einer fixen Ausgabe

Erinnerst du dich daran, Taschengeld zu sparen? Die wenigstens waren darin erfolgreich, aber als Selbstständiger ergibt es tatsächlich Sinn. Denn dein Budget und die Selbständigkeit hängen von deiner Auftragslage ab. Manchmal spielen auch Glück und Pech mit rein, aber es gilt immer, dass ohne Kunden nichts passiert.

Es ist also gut, wenn du von deinem Budget regelmäßig einen Teil zurücklegst und diesen auch direkt in deinem Ausgabenplan mit enthalten hast. So wird das Sparen nicht zu etwas, was du einfach machst, weil etwas übrig ist – sondern es wird zu einem festen Bestandteil deines Geldmanagements.

Spätestens dann, wenn bei dir aufgrund von Pech, Krankheit, einem Fehlschlag oder ähnlichem alle Stricke reißen, wirst du dankbar für dein kleines Sicherheitspolster sein. Aber auch dann, wenn eine vorübergehende Flaute bei dir im Business herrscht (weil du zum Beispiel die Akquise ein wenig vernachlässigt hast), hilft dir dein Erspartes, diese Engpässe zu überbrücken.

Das Budget bei Selbständigen ist finanziell schließlich alles, was der Selbstständige hat. Es muss ja nicht nur deinen Lebensunterhalt decken, sondern muss dich auch – je nachdem, welche Versicherungen du abgeschlossen hast – in einer Krise über Wasser halten können.

Budget Management Tipp 6. Die letzte Ressource: Die persönliche Grundsicherung

Dass das Sparen wichtig ist, hast du ja nun verstanden. Aber es gibt noch einen Aspekt bei dem Ganzen, der wirklich für den äußersten Notfall gedacht ist: Deine persönliche Grundsicherung. Rechne also aus, wie viel Geld du im Monat brauchst, um zu überleben, also um wohnen und essen zu können. Diese Summe solltest du zurücklegen und gar nicht anfassen, wenn es sich vermeiden lässt. Sie dient schließlich dazu, dass du im Falle einer Krise nicht in Panik verfällst.

Eine solche Grundsicherung hat schon vielen Selbstständigen das Popöchen gerettet. Schließlich weißt du nie, was passieren kann. Schon ein Vorfall in der eigenen Familie oder eine eigene Erkrankung können eine Auszeit notwendig machen.

Wenn du also Stück für Stück damit beginnst, dein Budget im Blick zu haben, kannst du schnell herausfinden, wo bei dir Einnahmen und Ausgaben weniger harmonieren. Eine gute Übersicht – die auch in der Trennung von Privat- und Geschäftskonto besteht – erleichtert dir zudem die Steuererklärung. Außerdem kannst du verhindern, dass der eine Bereich aus Versehen zu viele finanzielle Ressourcen des anderen frisst.

Erspartes sichert dich in schlechteren Zeiten ab und eine Notfallreserve bereitet dich auch auf den schlimmsten Fall vor.